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Herzlich willkommen …

… auf der Homepage des Forschungsprojektes LEKO, bei dem es um die sprachwissenschaftliche Erforschung verschiedener Arten von fixierten Wortverbindungen (= Lexemkombinationen) des Italienischen (im Vergleich zum Deutschen) geht.

Kurzinformation zum LEKO-Projekt

Untersuchungsgegenstand von LEKO sind Wortverbindungen der so genannten „typisierten Rede“, die wiederholt nach demselben Muster gebraucht werden, meist nur in begrenztem Ausmaß alternative Ausdrucks­varianten zulassen und für L2-Lerner/innen eine häufige Fehlerquelle darstellen. Dabei kann es sich um äußerst unterschiedliche Wortverbindungstypen handeln, wie z.B. um Routineformeln (vgl. Come stai? ‘Wie geht es dir?’), Idiome (vgl. cercare il pelo nell’uovo ‘das Haar in der Suppe suchen’), lexikalische Kollokationen (vgl. accavallare le gambe ‘die Beine übereinanderschlagen / überkreuzen’), Paar- bzw. Zwillingsformeln (vgl. chiaro e tondo ‘klipp und klar’), syntagmatische Verben (vgl. portarsi dietro qcs. ‘etw. mitbringen / mit sich herumtragen’) oder auch um strukturelle Phraseme (vgl. sia … sia ‘sowohl … als auch’, per quanto riguarda … ‘was … betrifft’). Wie aus diesen Beispielen ersichtlich, fällt das Projekt damit gleichzeitig in den linguistischen Teilbereich der Phraseologie.

Bei LEKO handelt es sich um ein von der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol gefördertes Projekt, das in Kooperation zwischen dem Institut für Romanistik der Universität Innsbruck (Österreich) und dem Institut für Fachkommunikation und Mehrsprachigkeit der Europäischen Akademie Bozen (= EURAC, Italien) durchgeführt wird. An beiden Institutionen besteht ein phraseologischer Schwer­punkt und wurden bereits verschiedene relevante Vorarbeiten geleistet (=> siehe „Ressourcen„), welche im Rahmen von LEKO weiterentwickelt bzw. dafür genutzt werden. Während in Innsbruck bisher primär von einer sprachtheoretisch, semantisch und didaktisch ausgerichteten und vorwiegend qualitativ orientierten Perspektive ausgegangen wurde, stehen an der EURAC Analysen und Auswertungen authentischer Sprachdaten in Form von Korpora und somit, neben qualitativen, besonders quantitative Unter­suchungen im Vordergrund. Die Zielsetzung des LEKO-Projekts besteht in einer Verbindung beider methodischer Ansätze bzw. Vorgangsweisen, worin gleichzeitig sein innovatives Potential zu erkennen ist.

Im Rahmen von LEKO wird u.a. ein an der EURAC verfügbares Lernerkorpus (von Südtiroler Schüler/inne/n verfasste Texte) unter fehlerlinguistischem Aspekt im Hinblick auf Einheiten der typisierten Rede untersucht. Darüber hinaus werden auch Analysen mittels anderer Korpora durchgeführt, insbesondere mit dem an der EURAC entwickelten italienischen Webkorpus PAISÀ (vgl. http://www.corpusitaliano.it/), wobei auch Vergleiche mit den Daten des Innsbrucker Forschungsprojektes „Italienische Kolloka­tionen“ (vgl. http://www.kollokation.at/) angestellt werden. Neben quantitativen und qualitativen Auswertungen von Korpusdaten, diversen theoretischen Einsichten in spezifische Südtiroler Besonder­heiten und der Aufdeckung möglicher Ursachen von Fehlern bei L2-Lerner/inne/n deutscher Mutter­sprache besteht ein wesentliches Ziel von LEKO auch in der Erstellung didaktischer Materialien und Übungen zu typischen italienischen Wort­verbindungen. Zielgruppe der Projektergebnisse sind insbesondere Südtiroler/innen deutscher Muttersprache, für die Italienisch Zweitsprache (L2) ist, sowie deutsche Mutter­sprachler/innen im Allgemeinen, die Italienisch auf verschiedenen Sprachniveaus als L2 lernen bzw. beherrschen.

Wofür steht die Abkürzung LEKO?

Die Komponente „LE“ steht für „Lexem“ (= sprachwissenschaftliche Bezeichnung für ein Wort) bzw. „Lexi­kon“ (= der Gesamtwortschatz einer Sprache oder das Wörterbuch als Nachschlagewerk) sowie „Lexiko­logie“ (= Wortlehre bzw. Wortkunde).

Die Komponente „KO“ kann hingegen als Abkürzung für mehrere projektrelevante Termini angesehen werden, d.h. nicht nur für „Kombination“, sondern z.B. auch für „Kontext“, „Korpus“ bzw. „Korpuslinguistik“, „Kollokation“ oder „Konstruktion“.